Würdigung für Sulzbachs Schriftsteller und Ehrenbürger Ludwig Harig

Anlässlich des 90. Geburtstages wurden in einer Feierstunde im Salzbrunnenhaus zwei filmische Dokumentationen über Leben und Schaffen des Schriftstellers gezeigt.
„Die beiden Dokumentationen sind historische Biografien. Die Einblicke in Harigs Leben waren sehr spannend, emotional. Die Filme haben richtig mitgerissen“, so lautet das Fazit von Stadtarchivarin Rita Lampel-Kirchner. Sie war eine der Besucher im vollbesetzten Salzbrunnenhaus.  Damit der Zuschauer auch einen solchen breiten Einblick gewinnen konnte, mussten die „Filmemacher“ Karl Prümm und Herbert Stang  mehrere Jahre Feldforschung betreiben und in zahlreichen Archiven recherchieren. Prof.Dr. Karl Prümm ist promovierter Germanist. Als Professor für Literatur- und Medienwissenschaft hat er zahlreiche Publikationen zum Werk Harigs vorgelegt. Herbert Stang ist Videodokumentator. Er wirkte 36 Jahre lang als Realschullehrer in Sulzbach. Man kennt ihn u.a. durch seine Videofilme „Literarische Spaziergänge in Saarbrücken“.
Auftraggeber für die zweiteilige Doku über Harigs Leben und Werk war das Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM). „Eigentlich sollte es einen Film in Schulstundenlänge geben“, so Prümm am Festabend. Doch habe sich schon anhand der Fülle der gefundenen Dokumente und Filmmitschnitte abgezeichnet, dass dieses Vorhaben dem Lebenswerk Ludwig Harigs nicht gerecht werden würde. „Dank der Familie des Schriftstellers war uns das Familienarchiv uneingeschränkt zugänglich“, sagte Prümm in seinem Vortrag. Auch der SR habe gestattet, uneingeschränkt im Archiv nach Fernsehsendungen zu recherchieren. Außerdem freute sich Prümm sehr über das große Engagement von Seiten des Stadtarchivs Sulzbachs, namentlich von Rita Lampel-Kirchner.
So wurden zwei Filme aus der Idee. Der erste zeichnet ein Gesamtporträt von Harig, der in einer längeren Passage seine ganz eigenen Schreibtechniken erläutert. „Wir sind sehr glücklich, dass Harig uns im Jahr 2013 vor der Kamera selbst über sein Schreiben berichtete. Es ist ein Kernstück unserer Filmdokumente“, so Prümm hierzu in seiner Rede beim Festakt. Teil eins wurde bereits im Jahr 2015 im Filmhaus präsentiert. Der zweite Film konzentriert sich auf den Roman „Weh dem, der aus der Reihe tanzt“ und somit auf Harigs Verstrickung in die Ideologie des Nationalsozialismus. Der Roman soll außerdem im Schuljahr 2018/19 Pflichtlektüre für saarländische Abiturienten werden.  „Der Film bereitet die Schüler ganz wunderbar vor“, so Lampel-Kirchner hierzu. Die Doku zeigt außerdem unbekannte Fotografien von Sulzbach der 1920er und 30er Jahren. „Das taucht den Film in eine authentische Atmosphäre. Man bekommt ein Begriff vom Sulzbach der 20er Jahre“, so Prümm.
Die Besucher am Abend der Würdigung waren gänzlich in den Bann der beiden Dokumentationen gezogen. Bis in den späten Abend hinein blieb man zusammen und erinnerte sich in Gesprächen.
Für Sulzbachs Bürgermeister Michael Adam steht fest: „Seiner Heimatstadt und dem Saarland hat Harig ein literarisches Denkmal gesetzt. Er ist ein wunderbarer Botschafter unserer Stadt, der Region und des Saarlandes“, so Adam in seiner Festrede.