„Frieden hat seine Zeit.“ Erinnerungskultur junger Menschen in der AULA

Rund 100 Schülerinnen und Schüler aus Frankreich und Deutschland zeigten Flagge zum Thema 100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges

„Das Gedenken an ein Jahrhundertereignis war unser Ansatz. Die Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkrieges, das sich zum 100. Mal jährt. Eine Gedenkstunde sollte es aber nicht werden, sondern ein Blick aus jungen Augen auf das Thema“, formulierte es Bürgermeister Michael Adam in seinem Grußwort am vergangenen Sonntag in der vollbesetzten Aula. Rund 100 Jugendliche aus Frankreich und Deutschland hatten sich seit Mitte des Jahres auf Anstoß von Generalkonsulin Cathérine Robinet und der Stadt Sulzbach im Unterricht mit dem Thema befasst. Dank der engagierten Lehrkräfte und tatkräftigen Schülerinnen und Schüler konnten unter der Federführung des Kulturamtes für die grenzüberschreitende Veranstaltung ganz unterschiedliche Beiträge zusammengetragen werden. Extra mit einem Bus aus Forbach reisten rund 25 Schüler des Lycée Blaise-Pascal mit Lehrern und Schulleiter Monsieur Bour an. Sie eröffneten mit ihrer Schülerband den Nachmittag mit drei themenbezogenen Songs. Generalkonsulin Robinet untermauerte in ihrem Grußwort die Wichtigkeit der Erinnerung von jungen Menschen an die Schrecken von Krieg und Gewalt. Dies sei die Generation, die große Verantwortung für eine friedliche Welt trage. In einer lockeren Fragerunde lernte das Publikum gleich vier Generalkonsuln kennen:  mit Catherine Robinet waren Frédéric Joureau, Philippe Cerf und  Jean-Yves Defay eigens zur Veranstaltung nach Sulzbach gereist. „Es passiert wohl nur bei diplomatischen Anlässen, dass so viele Generalkonsuln zusammen kommen. Ich freue mich außerordentlich, dass die freundschaftlichen Bande zur Region und den Menschen in Sulzbach noch so stark sind, dass wir heute nicht nur die amtierende Generalkonsulin begrüßen dürfen, sondern auch vier ihrer Vorgänger“, äußerte sich Michael Adam im Grußwort. Gekonnt entlockte das Moderatorinnenteam mit Stefanie Bungart-Wickert und Dolmetscherin Catherine Schmelzer den Diplomaten persönliche Worte. Die Gemeinschaftsschule Vopeliuspark hatte einen Filmbeitrag vorbereitet. Unter der Leitung von Lehrerin Nathalie Reichard und den Augen von Schulleiterin Herta Schley, hatte ihre Klasse 9a Interviews mit Passanten zum Anlass genommen, ein Lehrstück zum Thema Erster Weltkrieg zu drehen. Die Betonung lag auch auf der Frage: was wäre, wenn es anders gekommen wäre. Das Collège Nicolas Untersteller aus Stiring Wendel war mit 18 Schülerinnen und Schülern gekommen. Mit Lehrerin Nadine Clauss und Schulleiter Monsieur Bour beeindruckten die 9-Klässler mit brillant gesprochenen deutschen Worten, die sie zu einer PowerPoint Präsentation vortrugen. Sprichwörtlichen Schwung in die Sache brachten rund 18 Schüler des Berufsbildungszentrums Sulzbach. Sie waren mit ihrer Lehrerin Claudia Mohr und Schulleiter Josef Paul gekommen. Mit einem Bodybeat, zu dem sie das Publikum zum Mitmachen einluden, ließen sie im Rapperstyle kritische Töne zum Kriegsthema hören. Die Schüler hatten sich außerdem ein Quiz zum Ersten Weltkrieg ausgedacht, um spielerisch mit diesem Instrument einen Beitrag gegen das Vergessen zu leisten. Eine Schülerin zeigte außerdem ihr Ölgemälde zum Thema Verdun. Mitten in diese gemeinsame Vergangenheitsbewältigung hinein, fand unter den Klängen von Wolfgang Winklers musikalischem Beitrag die offizielle Unterzeichnung der Freundschaftsurkunde zwischen Sulzbach und Rémelfing statt. Hubert Bouring, Bürgermeister der lothringischen Gemeinde, hob in seiner Rede hervor, dass es ihm eine Ehre sei, in diesem Rahmen die Freundschaftsbande zu besiegeln. Drei Schülerinnen des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) mit Lehrerin Birgit Neises erklärten in einer Präsentation die Idee und Konzeption des Projektbeitrages „Steiniger Weg zum Frieden“. Aus unterschiedlichen Gesteinen und einem real angelegten Weg auf der Grünfläche am Quierschieder Weg hatten die Schülerinnen mit Birgit Neises und Stadtarchivarin Rita Lampel-Kirchner symbolisch die drei großen Kriege skizziert, die auf einer Zeitschiene, dem Weg selbst, zum Friedensstein führen. Nach den offiziellen Beiträgen ging man geschlossen zum „Steiniger-Weg-Denkmal“ an den Quierschieder Weg, um dort in symbolischer Geste ein Friedensfeuer zu entzünden. Die benannten Friedensvertreter, bestehend aus den Generalkonsuln, den befreundeten Bürgermeistern, Schülerinnen und Schülern, sowie Brunhilde Müller, Kreisvorsitzende des Sozialverbands VdK, wurden sichtlich leise und aus ihrem stillen Feuerentzünden wurde von ganz allein zu den Klängen Udo Lindenbergs „Wir ziehen in den Frieden“ und der Europahymne  eine große Geste des Friedens. Im Anschluss gab es bei einem warmen Imbiss in der Aula Gelegenheit für Gespräche.

Organisationsleitung: Anne Allenbach

Koordination Logistik und Organisation Catering: Renate Schiel-Kallenbrunnen

Moderation und Vorbereitung: Stefanie Bungart-Wickert

Dolmetscherin der Moderation: Catherine Schmelzer

Übersetzungen: Jocelyne Freiburger

Musikalischer Beitrag: Wolfgang Winkler

Technik/Vorbereitung Präsentation: Olaf Godyniak, Annette Lafontaine

Technik/Beschallung: Dieter Manz

Konzeption „Steiniger Weg zum Frieden“: THG, Rita Lampel-Kirchner

Installation „Steiniger Weg zum Frieden“: Baubetriebshof

Schwedenfeuer am Quierschieder Weg: Nils Lesch

Feuersicherheit/Fackeln: Freiwillige Feuerwehr Sulzbach