„Spätwerke“  -  Gelungener Vernissage-Nachmittag mit Stil

Manchmal findet man erst im Alter die Zeit, sich den Dingen zu widmen, denen man in jungen Jahren nicht nachgehen konnte. Die Rede ist beispielsweise vom kreativen Gestalten. Die Malgruppe des AWO-Seniorenzentrums widmet sich diesem Hobby. Wöchentlich kommen die Künstlerinnen und Künstler in einem Malkurs, geleitet von Alltagsbegleiterin Martina Britz, zusammen, um Schönes zu machen. Wie schön das sein kann, das präsentiert die Truppe derzeit in ihrer Ausstellung „Spätwerke“  im Salzbrunnenhaus.

In seiner Begrüßung wies Bürgermeister Michael Adam auf die enge Zusammenarbeit zwischen dem AWO-Seniorenzentrum und der Stadt Sulzbach hin. „Mir ist es ein Anliegen, etwas für die reifere Generation in Sulzbach zu tun“, so Adam. So erfreuen sich seit Juni vergangenen Jahres die Bewohner der Einrichtung an drei Bänken von der Stadt. Von AWO-Seite wurde damals noch ein kleines Brünnchen dazu installiert und schon hatte sich das Rondell vor dem AWO-Gebäude in eine kleine Parkanlage verwandelt. Außerdem dreht der Ringbus seit November 2018 seine Touren und hilft dabei, Mobilität zu steigern. „Diese Ausstellung zeigt nochmal deutlich, wie gut wir zusammen schaffen“, brachte es Inge Bradl, Pflegedienstleiterin der AWO in ihrer Begrüßung auf den Punkt. Martina Britz, Leiterin der 9-köpfigen Malgruppe, zeigte sich in ihrer Einführung gerührt über die beachtlichen Fähigkeiten ihrer Schützlinge. „Je älter man wird, umso eher kommen die kleinen oder auch großen Gebrechen. Man ist eben keine 18 mehr. Dann erfordert es Disziplin, sich wie in diesem Fall künstlerisch zu betätigen. Doch Kunst machen kann kreative Ressourcen hervorholen“, formulierte es Anne Allenbach, Mitarbeiterin im Kulturamt, bei ihrer Bildbesprechung.

Rund 30 Bilder zieren noch bis 22. Februar die Wände des Salzbrunnenhauses. Sie erzählen von den Techniken und dem Fingerspitzengefühl der Malerinnen und Maler der AWO. Eine Themenserie etwa zeigt, was man mit der sogenannten Schnurtechnik mit Acryl auf Leinwand hinbekommen kann. Variiert mit verschiedenen Farben und Drehtechniken hat man es hier mit abstrakten Strukturen zu tun, die an florale oder federhafte Texturen erinnern.

Das Feierliche des Anlasses wurde nochmal untermauert durch gemeinsames Singen. Der Zufall wollte es, dass die AWO-Malgruppe gleichzeitig aus einem Teil des AWO-Chores besteht. Angeleitet und begleitet von Pianist und Tonstudio-Blaufabrik-Geschäftsführer Bernhard Wittmann stimmte man bekannte Volkslieder an und war somit sein eigener musikalischer Part der Vernissage. Bei Kaffee und Kuchen vom Salzbrunnen-Carrée klang der stilvolle Nachmittag aus.