„Die Sulzbacher Salzmühle – le Moulin à Sel de Sulzbach“ wird fünf Jahre alt

Deutsch-Französischer Chanson- und Liedermacherpreis 15./16. März 2019

Sulzbach ist mit Salz verbunden. Und auch mit seiner frankophilen Ecke. Vom 16. bis 18. Jahrhundert existierte in Sulzbach eine Salzgewinnungsanlage. Es war die einzige zur Zeit der Grafschaft Nassau Saarbrücken. Die Sulzbacher sind stolz auf das Salzbrunnenhaus-Ensemble. Auch das französische „Gen“ hat eine Entwicklungsgeschichte. Seit den 20er Jahren existierten in Sulzbach bereits Institutionen, die kulturelle Veranstaltungen arrangierten. Nachdem es wegen des 2. Weltkrieges ruhiger geworden war, hatte man kulturellen Nachholbedarf.  Man gründete unter französischer Regierung ein Kulturinstitut. Die heutige VHS. Die französische Militärregierung hatte Sulzbachs kulturellen Anspruch erkannt und vermittelte damals schon französisches Gedankengut. Vielleicht ist es dieser Tatsache geschuldet, dass Sulzbach heute so französisch daherkommt.

Die Idee zum Chansonpreis stammt vom Vorstandsvorsitzenden der Vereinigten Volksbank Sulzbach Mathias Beers.  Sulzbachs Chansonier und Liedermacher Wolfgang Winkler prüfte das Konzept und stellte fest, dass in den verschiedensten Bereichen deutsch-französische Preise ausgelobt werden, aber es weder in Deutschland noch in Frankreich eine gemeinsame Würdigung für das Genre Chanson gibt: Das Chansonpreis-Festival wurde im Jahr 2011 aus der Taufe gehoben. Es wird alle zwei Jahre veranstaltet. Die erste Runde war eine Hommage an Georges Brassens. Die damaligen Finalisten Gilles Maire und Roger Stein rockten bereits die AULA. Die zweite Runde des Festivals 2013 wurde bewusst in das Elysée-Jahr platziert. Laurent Berger und Manuela Sieber waren die Finalisten. Es war das Jahr, in dem Sulzbach bereits die Fühler Richtung Salz- und Partnerstadt Arc-et-Senans ausgestreckt hatte: Wieder die pikante Mischung aus Salz und Frankreichbezug. Im Jahr 2014 wurde der Partnerschaftsvertrag unterschrieben. Fee Badenius und Olivia Auclair waren die Finalistinnen der Ausgabe 2015. Damals stand Georges Moustaki als musikalischer Pate zum Thema. Im März 2017 gewannen Sebastian Krämer und Pauline Paris die vierte Ausgabe der Sulzbacher Salzmühle. Und auch der grenzüberschreitende Radius der Stadt hatte sich in diesem Jahr erweitert. Im Mai 2017 fand die erste Kunst-Maile, die beliebte Schaufensterausstellung der Künstlerinteressengemeinschaft KIS zum ersten Mal mit der Remelfinger Künstlertruppe „peinture création“ statt. Im November 2018 wurde der Freundschaftsvertrag  mit Rémelfing unterzeichnet. Die Sulzbacher Salzmühle ist ein Symptom der grenzüberschreitenden Gesundheit Sulzbachs.  Die musikalische  Erfolgsgeschichte hat sich seit 2011 bewährt und zieht aus nah und fern Aufmerksamkeit auf sich. Dank der unermüdlichen Organisation von Wolfgang Winkler, der gelungenen Kooperation mit dem SR, der glanzvollen Moderation von SR-Mann Gerd Heger und nicht zuletzt dank der zahlreichen Sponsoren ist das Festival seit Jahren zu einem wichtigen Influencer avanciert. Denn auf lange Sicht sind es solche Maßnahmen, die den europäischen Gedanken durch regelmäßige Berührungspunkte mit den französischen Partnern lebendig halten. Ist grenzüberschreitende Identität in die Strukturen des alltäglichen Lebens der Stadt hineingewachsen, bildet sich nachhaltig frankophile Selbstwahrnehmung.                                                                                                                                       

Aufgrund des kleinen Jubiläums ist der Eintritt bei der Freitagsveranstaltung kostenlos.